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Gokart-Experte im Interview: Sven Eichhorn, Chef der Gokartwelt

von Daniela Dietz
Veröffentlicht am: Aktualisiert am:
Gokart-Experte Sven Eichhorn im Gespräch

Lieber Sven, am vergangenen Wochenende ist das passiert, worauf Du und Dein Team seit über einem Jahr hinarbeiten: Eure Teststrecke für Pedal-Gokarts in Romrod wurde eröffnet. Wie war‘s?

Es war der absolute Hammer, ich bin immer noch total geflasht von diesem Tag. Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich überhaupt irgendetwas mitbekommen habe oder alles – es war überwältigend. Um 10 Uhr standen die ersten Besucher vor den Toren und ab dann ging es los. Stündlich wurden es mehr neue und alte Gokart-Experten, einige waren den ganzen Tag da, andere sind für zwei, drei Stunden gekommen und wieder andere hier aus der näheren Umgebung sind mal zum Kaffeetrinken heimgefahren und kamen danach wieder. Als ich um 18 Uhr zum ersten Mal auf die Uhr schaute, konnte ich es gar nicht glauben, dass der Tag schon fast vorbei ist. Er ist wie im Flug vergangen!

Wie viele Menschen sind denn gekommen und wer war alles dabei?

Es waren über 450 Menschen da! Zum großen Teil waren es Familien aus der näheren, aber auch etwas weiteren Umgebung. Nicht wenige haben Fahrten von über zwei Stunden auf sich genommen! Aber auch viele Familien hier aus der Umgebung waren da, die mit Mann und Maus die Gokarts auf Herz und Nieren geprüft haben. Das war so schön, ihre Gesichter zu sehen und wie beeindruckt sie von der Teststrecke waren. Was ich auch lustig fand, wie die Eltern…naja, sagen wir: die Väter abgegangen sind. Da gab es den einen oder anderen, der richtig wild und ausgiebig auf der Strecke getobt ist und der gar nicht mehr von den Fahrzeugen runterzukriegen war.

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Das war nur ganz am Anfang möglich: Dass der Chef persönlich ein freies Gokart erwischen konnte. Den Rest des Tages waren sie in Dauerbenutzung von Kindern und Eltern.

Das klingt nach viel Spaß. Sind alle heilgeblieben oder gab es Verletzte?

Zwei Schürfwunden und eine kurze Kreislaufschwäche – das ist die Bilanz des ganzen Tages.

Zwischen all den Familien habe ich auch ein paar Herren im weißen Hemd gesehen, oder?

Ja, das stimmt, wir hatten auch wirklich hohen Besuch. Der Bürgermeister von Romrod war hier und hat sich sehr über alles, was wir gemacht haben, gefreut. Dann waren meine Ansprechpartner aus den Banken hier, die das ganze ja finanziert haben – auch hier nur strahlende Augen und Wertschätzung. Als ich zu einem von den beiden sagte, dass ich ihn demnächst für ein weiteres Projekt brauchen würde, meinte er: „Nein, nein, Herr Eichhorn, wir brauchen Sie!“.

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Henk van den Berg, Gründer und Inhaber von BERG Toys, kam mit drei Kollegen extra aus Holland angereist. Was für eine Ehre!

Wow – so viel Anerkennung von so verschiedenen Seiten! Was hat Dich am meisten bewegt von allen Rückmeldungen, die Du bekommen hast?

Es waren noch weitere hohe Gäste da – Henk van den Berg, Gründer und Inhaber von BERG Toys, ist mit drei Kollegen extra gekommen, um sich die Teststrecke in echt anzuschauen. Bisher kannte er nur die Pläne, die ich ihm bei einem Besuch in Holland gezeigt hatte. Die vier haben ja echt schon alles in Sachen Gokart gesehen und ihre Begeisterung hat mich deshalb umso mehr gefreut. Und aus dem Mund solcher Gokart-Experten zu hören, dass wir damit Europas größte Teststrecke für Pedal-Gokarts geschaffen haben, ist schon ein kleiner Ritterschlag für mich gewesen.

Wie kam es eigentlich zwischen der Kooperation zwischen Dir und BERG?

Boah, das geht über 25 Jahre zurück! Wir haben bei BERG die Kundennummer 03, wir kennen uns wirklich schon ewig. Angefangen hat es damals mit Kindergarten-Fahrzeugen, die ich von BERG nach meinen Vorstellungen produzieren lassen wollte. Seither sind wir eng verbunden.

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Wenn man im Tower auf der obersten Etage steht, blickt man auf der einen Seite auf die Teststrecke und auf der anderen sieht man die Trampolin-Arena.

Alle Gokarts, die in Romrod in Eurem schicken gläsernen Tower stehen, sind ja von BERG – andere Gokarts verkauft Ihr gar nicht. Bei der Teststrecken-Eröffnung waren die Gokarts aber nur ein Highlight. Erzähl doch noch ein bisschen von den anderen!

Ja – die Trampoline sind auch sehr gefeiert worden. Gerade rechtzeitig hatten wir es geschafft, sechs von den großen aufzubauen und drei davon auch in den Boden einzulassen. Das ist gar nicht so trivial und muss präzise und mit viel Kraft gemacht werden. Aber alles hat rechtzeitig geklappt und so konnten die Kinder mal genau ausprobieren, wie unterschiedlich sich die verschiedenen Sprungtücher und Federungen beim Hüpfen anfühlten. Da gab es das eine oder andere Kunststück zu sehen!

Und wie kam die Verpflegung an?

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Die Burger waren echt superlecker, findet sogar Chef und Gokart-Experte Sven Eichhorn selbst.

Ich hatte einen Foodtruck mit Burgern bestellt, es gab einen Eismann, Wasser und Kaffee. Einiges davon kostenlos, einiges gegen eine kleine Bezahlung. Es hat alles funktioniert, auch wenn die Schlange bei den Burgern teilweise schon echt lang war.

Hattest Du im Vorfeld Sorge, dass irgendwas schief geht?

Nein, dazu bin ich nicht der Typ. Aber als ich am Freitag gefragt wurde, ob ich mich schon freue, habe ich ebenfalls verneint – ich hatte einfach gar keine Ahnung, was auf uns zukommen würde. Wären 50 Leute gekommen, wäre das schön gewesen. Dass es nun über 450 waren, ist eine kleine Sensation. Und ich bin so dankbar für mein Team, wir haben alle wie eine gut geölte Maschine funktioniert, jeder war für seine Bereiche zuständig und alles hat geklappt. Alle meine Mitarbeiter:innen haben im Vorfeld und am Tag selbst so viel gegeben, das weiß ich ungemein zu schätzen!

Wie geht es nun im Alltag mit der Teststrecke weiter?

Es darf jeder bei uns vorbeikommen, ob er ein Gokart kauft oder nicht. Ich schicke niemanden weg, bin nicht sauer, wenn er nichts kauft. In jedem Besucher sehe ich einen potenziellen Kunden, und wer nicht gleich kauft, tut das vielleicht später. Oder erzählt seinen Freunden davon. Er geht jedenfalls und ist mit Sicherheit mehr ein Gokart-Experte als zuvor. Der Tower ist die Präsentationsfläche, sozusagen das Autohaus für Pedal-Gokarts. Im Tower stellen wir alle BERG-Modelle aus und auf der Strecke können sie ausprobiert werden. Sie gehört zum Verkaufsraum und ist im Alltag nicht für Feste oder Events konzipiert.

Wird es weitere Feste und Events in der Gokartwelt geben?

Davon gehe ich fest aus. Wir denken derzeit noch darüber nach, wie wir uns das genau vorstellen. Vielleicht als Tag der offenen Tür, oder mal ein Lagerverkauf mit Verpflegung. Wir haben da so einige Ideen und wollen im Team überlegen, worauf wir Lust haben.

Das heißt, die Teststrecke ist nun jederzeit benutzbar für Interessenten?

Genau, zu den Öffnungszeiten der Gokartwelt, also derzeit Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr. Mir ist klar, dass das für die arbeitenden Eltern nicht so praktisch ist, vielleicht nehmen wir demnächst auch noch einen Nachmittag und Abend in der Woche hinzu.

teststrecke für gokarts
Hier hat am letzten Samstag der Bär getobt – und ab sofort ist sie täglich im Einsatz: Europas größte Teststrecke für Pedal-Gokarts in Romrod!

Wie sieht es mit Wartung und Reparatur aus?

Wir sind BERG-Fans und Gokart-Experten. Wir lieben Gokarts und alles, was damit zu tun hat. Deshalb pflegen und reparieren wir sie auch gerne. Auch das ist ein Service, den wir nun anbieten, also dass man mit den Gokarts herkommen kann und wir sie dann auf Vordermann bringen. Daran werden wir nicht reich werden, vielleicht eine kleine Servicepauschale erheben und die Ersatzteile berechnen, aber uns geht es darum, dass die BERG-Gokarts gern genutzt werden, bestens funktionieren und lange leben. Und wir sind hier nunmal die Gokart-Experten – wer sonst sollte sich darum kümmern?

Welche weiteren Pläne für die Gokartwelt kannst Du uns schon verraten?

Ich möchte eine große Lagerhalle bauen, denn die Geschehnisse auf der Welt haben uns wohl allen klar gezeigt, wie zerbrechlich die Lieferketten sein können. Seit zwei Jahren ist es ein Glücksspiel, welche unserer Bestellungen wann und in welcher Stückzahl bei uns ankommt. Wir bekommen diese Woche zwei komplette Sattelzüge mit Produkten und ich sage es Dir ehrlich: Ich habe keine Ahnung, was darin sein wird.

Mir ist aber wichtig, dass ich meinen Kund:innen, wenn sie hierherkommen und sich in ein Gokart verliebt haben, es auch direkt mitgeben kann. Mir ist wichtig, wenn jemand sechs oder acht Rundum-Leuchten möchte, dass ich die ihm einfach aus dem Regal ziehen kann. So kann ich hier punkten, das kann das Internet nämlich oft nicht mehr leisten.

Sven, was machst Du, wenn Du gerade keine Teststrecke planst und baust?

Ich werde jetzt wieder mehr Zeit in die kreativen Prozesse stecken können, wieder enger mit meinen Produkt-Designern zusammenarbeiten, mit ihnen über die nächsten coolen Spielzeuge nachdenken. Außerdem werde ich mein Vertriebsteam und die Leute im Call-Center weiter schulen, die ja in Kindergärten und Schulen unterwegs sind. Und schließlich möchte ich von der 7-Tage-Woche wieder runter auf sechs oder vielleicht sogar fünf Tage, denn mein Privatleben ist ja auch wichtig. Meine Partnerin ist sehr verständnisvoll, aber auch ich möchte ja mehr Zeit mit ihr verbringen!

Was macht Dich glücklich, Sven?

Strahlende Kinderaugen machen mich glücklich – klingt nach einem Klischee, ist aber die reine Wahrheit. Sonst wäre ich im Spielwarenvertrieb wohl auch falsch. Mich macht glücklich, wenn mein Team voll bei der Sache ist und seinen Job so sehr liebt wie ich. Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass ich das Meiste, was in der Welt geschieht, nicht beeinflussen kann.

Deshalb schaue ich nun verstärkt auf das, was ich beeinflussen kann, wo mein Handeln eine Auswirkung hat. Das ist zunächst in meinem eigenen Leben – also dafür zu sorgen, dass es mir selbst gut geht. Und wenn ich das geschafft habe, dann habe ich die Kraft und das Herz, alles dranzusetzen, dass es auch den Menschen in meiner engsten Umgebung gut geht. Also meinen erwachsenen Kindern, meiner Partnerin, meinen Mitarbeiter:innen.

Sven Eichhorn, danke für das Gespräch!

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